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Erstmal muß man dem
Deutschen Karate Verband zur Wahl der Halle
gratulieren. Diese bot nicht nur Platz für 5
Tatamis, sondern auch mehr als genug Raum
für die Athleten um sich aufzuwärmen. Und
auch die Zuschauer fanden genügend
Sitzplätze mit gutem Blick zum
Wettkampfgeschehen. Und dieses entwickelte
sich zu einer wahren Großveranstaltung.
Speziell im Bereich Kata waren derart viele
Athleten bis hin zu Kanada, Venezuela und
Vietnam angereist, dass die Vorrunden erst
weit nach 14:00 beendet waren. Besonders das
Kata Einzel der Damen war mit vielen
Athletinnen von hohem Niveau besetzt.
Besonders hier zeigte sich auch eine hohe
Dominanz der Kata aus den Stilrichtungen
Shito-Ryu und Goju-Ryu. Außerdem zeigte sich
dass Vertreter des Goju-Ryu sich zunehmen am
Kata Inventar des Shito-Ryu bedienen. Was in
diesem Fall auch nicht zu schwer fällt, da
es bei Goju-Ryu eine weit größere Verwandschaft
in |
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der Art des Karate zum Shito-Ryu gibt, als bei allen
anderen Stilrichtungen. Womit in diesen
Fällen auch die technische Reinheit des
Kihon der jeweils anderen Stilrichtung
weitgehend gewahrt blieb. Noch ausgeprägter
als in den vergangenen Jahren ist hingegen
die Interpretation der Kata. So wird ein und
dieselbe Kata mitunter sehr unterschiedlich
ausgeführt. So war von der Kanadierin
Kerstin Larouche eine sehr interessante
Variation der Kata Heiku zu sehen. Wobei die
Änderungen weniger die Technik betrafen, als
vielmehr den Rhythmus und das Timing der
technischen Kombinationen. Und solange die
traditionellen Inhalte der Kata hierdurch
nicht beeinträchtigt werden sind diese
Entwicklungen der Kata als Wettkampfform
durchaus zu begrüßen.
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Kata Einzel weiblich |
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Etwas kritisch
kann man die Niederlage der
Tscheschin Petra Nova gegen die
Vietnamesin Hoang Ngan Ngyuen
sehen. Beide zeigten Chatanyara
Kushanku. Beide gleichermaßen
dyna- |
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misch und
Ausdrucksstark, jedoch lagen die
Vorteile bei Kihon und Beinarbeit
eindeutig bei Petra Nova. Dennoch
gewann die Vietnamesin 4:1 und
sinnigerweise stammt die
Kampfrichterin, die nicht zu Unrecht
für Petra Nova stimmte, aus dem
Wado-Ryu. Weniger strittig, aber
ebenso schwierig zu entscheiden war
dann die Finalbegegnung zwischen
Hoang Ngan und der Kroation Mirna Senjug.
Senjug legte mit einer sehr harten
und kraftvollen Version der
Shito-Ryu Unsu vor. Besonders ihre
Ushiro-Geris waren dabei hart wie
Hammerschläge. Hoang Ngan hingegen
wählte die, aus dem Ryuei-Ryu,
stammende Kata Heiku (Schwarzer
Tiger). Die Kata ist gespickt mit
sehr schnellen Kombinationen und
dynamischer Beinarbeit. Dabei ist
sie zudem vielseitig und
Ausdrucksstark, jedoch fehlt das ein
oder andere spektakuläre
Element. Weshalb sie in eher |
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selten ion Finalen gezeigt wird. Die Vietnamesin
kompensierte dies jedoch mit sehr hoher
Ausdruckskraft und Selbstbewußtsein. So
wartete sie nach der Verbeugung extrem
lange, bevor sie mit der Kata begann. Und
dieses Selbstbewußtsein könnte letztlich den
Ausschlag dafür gegeben haben, dass sie sich
gegen Mirna Senjug durchsetzen konnte. |
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Souverän und mit starkem
Einsatz überstand das Deutsche Nationalteam
die Vorrunden. Weniger gut ging es den
weiteren Deutschen Teams aus Baden-Württemberg und Rheinland Pfalz. Dabei
verloren die Baden-Württembergerinnen gegen
ein Team aus Kroatien. Und das auf dem
Tatami, auf dem es die meisten
diskutierbaren Entscheidungen, unter anderem
auch die von Petra Nova gegen Hoang Ngan,
gegeben hatte. Das benachbarte Tatami war in
dieser Hinsicht weniger auffällig. Nur
unerwartet war, dass sich das Team aus
Österreich gegen das 2. italienische Teams
durchsetzen konnte. So hieß das Finale
Deutschland gegen Österreich. Und da hatte
man schon ein wenig den Eindruck, dass die
Österreicherinnen nicht wirklich mit dem
Erreichen des Finale |
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gerechnet hatten. Die
Interpretation des Bunkai der Bassai Sho war
zwar interessant, war aber nicht ganz
austrainiert, was zu dem ein oder anderen
Timingfehler führte. Wesentlich
umfangreicher muß das die Vorbereitung des
Deutschen Teams gewesen sein. Sie starteten,
gemäß der Regel der Golden League, mit einer
eigens entwickelten Kata unter
Musikbegleitung. Ähnlich wie bei den
Italienern war dabei die Kata eine
Zusammenfassung von Sequenzen aus
verschiedenen anderen traditionellen Kata.
Hart, ernsthaft und kämpferisch war dann das
Bunkai, das auch spektakuläre Aktionen
bot und das Publikum zu begeistern wußte. |
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Das Bunkai des Deutschen
Teams |
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Das Österreichische Team
mit Bassai Sho |
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Kata Einzel männlich |
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Wie bei den Damen war
auch bei den Herren die Aufteilung der 82
Starter auf insgesamt 8 Pools notwendig. Und
selbst als Pool- sieger war man noch ein
Stück weit vom Finale und selbst von einer
möglichen Trostrunde und dem Kampf um Platz
3 entfernt. Wenig Angst mußte man da
allerdings um die Italiener haben. Derzeit scheint gegen die Italiener
Valdesi und Maurino kein Kraut gewachsen zu
sein. Mit hoher Präzision, Schnelligkeit und
starker Technik präsentieren sie ihre Kata.
Aber auch die Taktik fehlt nicht, so daß
ihre stärksten Kata auch beim stärksten
Gegner zum Einsatz kommen. Sehr stark auch
Antonio Diaz, der sich mit Nipaipo gegen
Timo Gißler's Unsu durchsetzte. Dabei ist
Nipaipo eine sehr hohe, aber auch teilweise
sehr filigrane Kata, die bei den |
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Herren eher selten zum
Einsatz kommt. Im Viertelfinale der
Poolsieger setzte er sich gegen den starken
Schweizer Gewinner des Krokoyama Cup Anik
Gereon durch. Und erst Luca Valdesi
gelang es Antonio Diaz in die Trostrunde zu
schicken. Der Kroate Kristian Novak steht
für ein exemplarisch hartes und kraftvolles
Shotokan. Mit insgesamt 12 Athleten
war das Ägyptische Team am Start und zwei
von ihnen durften hautnah erleben wie
dynamisch die Kata von Novak sind. Das
Nachsehen hatte da auch der Italiener Luca
Brancaleon, der auch Mitglied des
italienischen Kata Teams ist. Und nur Lucio
Maurino gelang es sich mit Unsu gegen die
Gojushiho Sho von Novak durchzusetzen. Somit
war das Finale eine rein italienische
Angelegenheit. Sowohl Valdesi als auch
Maurino zeigten mit Gankaku den wohl
härtesten Prüfstein für den
Gleichgewichtssinn. Und boten den Zuschauern
damit auch die Möglichkeit des direkten
Vergleichs. Und obwohl Maurino bei den Yoko
Geris die präzisere Haltung, speziell beim
Hikite, zeigte, so war Valdesi insgesamt
doch die höhere Brillianz in seiner Technik,
was auch die Kampfrichter entsprechend
honorierten. |
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Kata Team männlich |

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Das italienische Kata
Team ist zur Zeit wohl, zumindest in
Europa das stärkste und vielseitigste Team.
Und da die Spanier nicht angereist
waren, war mit einer ernst- |
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haften Konkurrenz für die
Italiener nicht zu rechnen. Dennoch setzten
die Italiener nicht in allen Punkten des
Karate die Maßstäbe, denn das wohl
kraftvollste Karate war im Team von Kroatien
zu finden. Auffallend war hier, dass sie die
Techniken relativ langsam beginnen, jedoch
mit umso höherer Geschwindigkeit und Dynamik
zum Ende bringen. Verdient standen sie dann
auch mit den Italienern im Finale. Die
Italiener be- gannen mit ihrer eigenen
Kreation und extra dazu angepaßter Musik.
Einzig die Ura- Mawashi Geris waren dabei
keiner tradi- tionellen Kata
entlehnt. Das anschließende |
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Bunkai war schnell,
aktionsgeladen und von hohem Kampfgeist. Mit vielen
spektakulären Tritten, gesprungenen Techniken und
harten Würfen sorgten sie beim Publikum für
Begeisterung. Scheinbar unbeeindruckt davon gingen
die Kroaten ans Werk. Sie boten |
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einen traditionellen Vortrag der
Kata Unsu ohne Musikuntermalung. Was aber nicht
wirklich vermißt wurde, denn die kraftvollen
Techniken des Teams waren selbst geräuschvoll genug.
Und das Bunkai brauchte sich hinter dem der
Italiener keineswegs Verstecken. Nicht unbedingt
eine Karatetechnik je- doch besonders spektakulär
war dabei ein sehr hoher Rückwärtssalto
und ein |
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| gesprungener Ushiro Geri. Ein
wirkliches gekonnter Vortrag und ein
würdiger Gegenpart zur Leistung der
Italiener. |
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| Kata weiblich |
Kata männlich |
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Platz |
Name |
Land |
|
1 |
Hoang Ngan Ngyuen |
Vietnam |
| 2 |
Mirna Senjug |
Kroatien |
| 3 |
Yohana Sanchez |
Venezuela |
| 3 |
Sara Battaglia |
Italien |
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|
Platz |
Name |
Land |
|
1 |
Luca Valdesi |
Italien |
| 2 |
Lucio Maurino |
Italien |
| 3 |
Antonio Diaz |
Venezuela |
| 3 |
Kristian Novak |
Kroatien |
|
| |
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| Kata Team |
Kata Team |
|
Platz |
Name |
Land |
|
1 |
German Karate Federation |
Deutschland |
| 2 |
Austria Karate Federation |
Österreich |
| 3 |
Italien |
Italien |
| 3 |
Kroatien |
Kroatien |
|
|
Platz |
Name |
Land |
|
1 |
Fijikam Italien |
Italien |
| 2 |
KC Croatia |
Kroatien |
| 3 |
HFK Germany |
Deutschland |
| 3 |
Austria Karate Federation |
Österreich |
|
|