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Ähnlich
kunstvoll wie die Kata des Goju-Ryu ist die Landschaft rund um den
Neckar von Heilbronn bis zum malerischen Michelstadt. Auf dem Weg
dorthin findet man Eberbach und den dicksten Baum Deutschlands. Ganz
nebenbei findet man auch eine Sporthalle, in der die dies- jährigen
Meisterschaften des Karate der Stil- richtung Goju-Ryu stattfanden.
Neben Shito-Ryu und Shotokan ist Goju-Ryu international sehr
erfolgreich bei Kata Wettkämpfen und stellt unter anderem die
amtierende Weltmeisterin Atsuko Wakai. Im Bereich der Kata Wettkämpfe
waren somit einige Delikatessen zu erwarten. Und bei recht
ansprechender Teilnehmerzahl, insgesamt 456, in allen Kategorien bis
hin zur
Altersklasse wurde den Zuschauern, in der sehr schönen und gut
organisierten Hohenstaufen Sporthalle, einiges geboten.
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Die Hohenstaufen
Sporthalle
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Nur einmal wurde es
mit 2:1 etwas knapp für Franziska Kurz
beim Kampf um den Poolsieg.
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Auch
ihre Gegnerin aus Berlin zeigte Suparimpei, allerdings
technisch nicht ganz so ausgereift. Ebenso überzeugend schaffte ihre
Schwester Karolin den Einzug ins Finale, so dass es zu einem reinen
Geschwisterduell kam. Ein bisschen
spritziger, ein bisschen präziser, jedenfalls könnten das die Gründe
dafür gewesen sein, dass die
Kampfrichter sich für Franziska entschieden.
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| links im Bild: Franziska Kurz |
Karolin Kurz
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Nicht unumstritten war
die Niederlage von Julia Kurz gegen Judith
Niemann beim Kampf um den Poolsieg. Aber so standen schließlich Judith
Niemann
und Nancy Arning im Finale. Dabei bot Nancy Arning den deutlich
besseren
Vortrag und erreichte dementsprechend verdient den 1. Platz.
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| von links nach rechts:
Judith Niemann, Nancy Arning, Julia Kurz, Jessica Korber |
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Kata Team
Senioren weiblich
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Außergewöhnlich,
beeindruckend, spektakulär! Wie kann man in
Worte fassen, was das Auge derart begeistert. Die Rede ist von Team
Kata der Damen
Leistungsklasse. Und das Wort Leistung kann man doppelt unterstreichen,
wenn man
gesehen hat was die, für Binswangen startenden, Geschwister Kurz aus
Meimsheim
da auf die Matte zauberten. Erstaunte, verblüffte Gesichter bei den
Gegnern als der
Name Suparimpei fiel. Suparimpei, die höchste Kata des Goju-Ryu. Mehr
als 100 Techniken in
knapp 3 Minuten. 3 Minuten in denen jede Bewegung synchron erfolgen
muß, mit sehr
schwierigen Tempowechsel. Suparimpei, die bis dahin, wegen des
außer-gewöhnlich
schwierig umzusetzenden Bunkai, von keinem Team im Finale gezeigt
wurde. Julia, Karolin und
Franziska Kurz zeigten sie.
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Eine
Premiere, und eine überaus gelungene dazu. Das Bunkai
glich dabei einem realistischen Kampf mit echten Treffern, wobei auch
schon mal
ein Fuß absolut gewollt die Wange traf. Und laut wurde es, wenn die
Matte nach
spektakulären und sehr harten Würfen vibrierte. Eine absolut
professionelle Leistung die hier einen neuen
Maßstab setzte und vom Publikum mit viel Beifall bedacht wurde. Der
Landesverband Baden-Würtemberg kann mit Recht stolz sein, ein solches
Team zu
haben.
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Kiziltoprak Türk ist derzeit wohl der
ausdruckstärkste
Kataspezialist des Goju-Ryu. Mit hoher Präzision und Dynamik sind seine
Kata
und auch das Tempo stimmt. Gefahrlos erreichte er das Finale, was im
benachbarten Pool ebenso überzeugend
Andreas Ginger gelang. Beide zeigten im Finale Suparimpei. Beide
setzten unterschiedliche
Akzente in der Kata und nicht wenige sahen Andreas Ginger vorne. Die
Kampfrichter
entschieden sich für Kiziltoprak Türk, was man aber gelten lassen kann.
Beim
Kata Team Senioren war nur ein Team am Start, so dass es hier zu keiner
Finalbegegnung kommen konnte.
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Heiß und
drückend und schon durch bloßes herumstehen
schwitzend. Das waren am Nachmittag die Bedingungen in der Halle. Auf 6
Kampfflächen wurde nahezu pausenlos gekämpft, einschließlich der
Finalbegegnungen die dabei
nicht über Lautsprecher ausgerufen wurden. So war es, nicht nur für die
Zuschauer,
äußerst schwierig das Geschehen im Detail zu verfolgen.
Insgesamt
waren die Kämpfe jedoch von zum Teil sehr gutem
Niveau. Und trotz der Hitze äußerst lebendig. Viele hervorragende
Fußtechniken,
speziell Ura-Mawashi-Geri sorgten für spektakuläre Aktionen und Punkte.
Aber auch
einige sehr dynamische Wurftechniken sorgten für Begeisterung. Etwas
Tribut
forderte das Wetter allerdings schon von den Kämpfern und so musste
mindestens zweimal die
Matte von ungewollt verteiltem Frühstück gesäubert werden.
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Elke Maier mit Kizami
tsuki
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Kumite -
58 kg
Spannend
machte es Marianna Grifo beim Kampf ums Poolfinale.
Erst in den letzten 20 Sekunden legte Sie richtig los und siegte mit
deutlichem
Punktvorsprung. Im Finale machte dann aber die mehr als einen Kopf
größere Elke Maier sehr geschickt
von Ihrem Reichweitenvorteil Gebrauch und konnte mit schnellen Jodan
tsukis gewinnen.
Kumite +58 kg
Hier
kämpfte Monique Puscher vom TSV Binswangen sehr
beherzt, aber auch überlegt mit guter Taktik und sehr guter Abwehr
konnte sie sich gegen
Alisa Schneider
vom KG Odenwald durchsetzen.
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Michael Meckl mit
Mawashi Geri
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Kumite - 78 kg
war mit 37 Teilnehmern die
stärkste Kategorie, wodurch auf 4 Pools gekämpft wurde.
Und letztendlich standen sich der Poolsieger A1 Cenaj Labinot und
Michael Meckl von Pool B2 gegenüber. Und in einem sehr bewegten Kampf
konnte sich Michael Meckl mit den seinen dynamischen und flexiblen
Techniken durchsetzen.
Kumite +78
kg
Hier war
Ernst Torben klar der beste Kämpfer des Tages. Mit seinem flexiblen
Kampfstil und guten Beintechniken ließ er seinen Gegnern nur wenig
Spielraum. Und im Finale gegen Karsten Schlüter ließ er auch nur
wenig Techniken des Gegners durchkommen, punktete aber selbst sehr
flexibel mit tsuki und Geri-Waza.
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Leider
waren nicht immer alle Entscheidungen zweifelsfrei.
In einigen Fällen stieß die Entscheidung der Kampfrichter auf
ziemliches
Unverständnis des Publikums. Angesichts der Tatsache, dass es sich
dabei um
fachkundiges Publikum handelt und insbesondere auch nicht nur um die
jeweilige
Fan-Ecke des benachteiligten Wettkämpfers muß man sich hier Fragen
stellen. Wie
kann es sein, dass ausgebildete Kampfrichter Entscheidungen treffen,
die selbst bei der Tischbesatzung und Kampfrichterkollegen
Kopfschütteln verursachen? Und dann auch noch Einstimmig? Sollten
diverse Gerüchte stimmen, dass der
Hauptkampfrichter in solchen Fällen den Kollegen versteckte Zeichen
gibt wie z.B. ein
kurzes, mehr oder weniger auffälliges Zucken einer Flagge haltenden
Hand, kann
man nicht mehr von Fehlentscheidungen sprechen. Jedenfalls nicht mehr
von
ungeplanten Fehlentscheidungen.
Beim
Goju-Ryu Cup gab es mindestens 3 zweifelhafte Fälle. Erwähnenswert sei
hier aber die sehr umstrittene Entscheidung bei der Deutschen
Meisterschaft in Völklingen, wo es eine Top
Favoritin traf. Dabei ist es teilweise so offensichtlich, dass
man
sich nicht mehr gegen den Gedanken wehren kann, das Name und Dojo
Zugehörigkeit
höher bewertet werden als die sportliche Leistung. Was ehrliche
Sportler und Zuschauer
davon halten muß man hier nicht schreiben, es ist, glaube ich,
vorstellbar. Besonders
frustrierend ist jedoch, dass junge Sportler bei einem Sport der Werte
wie Ehre, Fairneß, Gerechtigkeit
ausdrücklich als Bestandteil des Sports (hier im Sinne des Karate Do)
ansieht, lernen müssen
dass es halt nicht immer Gerecht zugeht. Solange es keine unabhängige
Kontrollinstanz für
Kampfrichter gibt, wird sich dies aber wahrscheinlich nicht ändern
lassen. Von diesen Zeilen
werden sich die betreffenden Kampfrichter kaum beeindrucken
lassen, denn
Sie wissen:
Wer den Ruf nicht
scheut, kann auch mit einem schlechten leben. (H.Haß 06.2005)
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| (c)
Herbert Haß
2005 |
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